Deutsch-Französischer Kulturkreis Heidelberg

Deutsch-Französischer Kulturkreis Heidelberg

Okzitanischer Tag mit Musik und Tanz, Vorlesern und Clownereien, Boule und Botanik für jedes Alter und (fast) jeden Geschmack. Mit Speisen und Getränken aus dem Süden.

Interkulturelles Zentrum Heidelberg, Bergheimer Straße 147, 69115 Heidelberg, Eintritt frei. Die Anfangszeiten können sich leicht verändern und sind dem vor Ort ausliegenden Flyer zu entnehmen.

Okzitanien ist … Radfahren am Canal du Midi … Staunen am Viaduc de Millau … Entspannen am Mittelmeer … Wandern in den Pyrenäen … Baden am Pont du Diable … Boules Spielen unter Platanen ebenso wie Montpellier und Toulouse, Troubadoure und Brassens, Austern und Cassoulet, Carcassonne und Katharer, Wein und Oliven. Die eingeschickten Photos, Bilder und Texte werden heute bei einem Apéritif der Öffentlichkeit präsentiert.

Eine Veranstaltung des Deutsch-Französischen Kulturkreises e.V. in Kooperation mit dem Interkulturellen Zentrum Heidelberg und dem Montpellier-Haus.

Photo: © CC BY-SA 3.0 | Benh LIEU SONG | Carcassonne Cite wikipedia

Die Grafikerin und Künstlerin Estelle Lacombe aus Montpellier liebt die Natur und hinterfragt mit ihren Arbeiten unseren Platz in dieser Welt. Sterne, Bäume, Tiere und Pflanzen sind Themen und Inhalte ihrer Lithographien, Aquatintas und Radierungen – viele Drucktechniken hat sie erprobt. Sie erzählen von ihrer Leidenschaft und träumen ganz nebenbei von einer unbeschwerten Kindheit. Für ihren Heidelberger Workshop bringt sie Softcutplatten und Vinylplatten für Gummidruck mit. Jeder kann seine Fähigkeiten ausprobieren und unter der Anleitung Estelle Lacombes sein eigenes Kunstwerk schaffen.

Photo © Estelle Lacombe

Richtig rund wird der okzitanische Tag erst mit der Boulekugel. Das Spiel mit den legendären Eisenkugeln, in Südfrankreich unter dem Namen Pétanque bekannt, wird – so das Wetter es zulässt – ins Freie locken. Auf den hierzu extra angelegten Boule Plätzen gerät das südfranzösische Sportlerherz in Wallung, allen anderen Besuchern macht vielleicht auch das Zuschauen einfach Spaß. Unter fachkundiger Anleitung durch Spieler des Verein Heidelberger Boule-Spieler e.V. mit Sitz in Heidelberg-Handschuhsheim sollte dies klappen.

Wir danken dem SAP AppHaus für die freundliche Bereitstellung seines Parkplatzes, der in Kooperation mit dem Verein Heidelberger Boule-Spieler e.V. zu Boule-Plätzen umgestaltet wurde.

Frankreichs tanzfreudiger Süden gab im Zeitalter von Renaissance und Barock reichlich Impulse an den höfischen Kunsttanz ab. Besonders der im 17. Jh. in der Provence und im Languedoc verbreitetete lebhafte Rigaudon inspirierte die Pariser Tanzmeister zur Entwicklung einer der fundamentalen Tänze der Belle Danse. Der aus dem Süden stammende André Campra (1660-1744) komponierte neben zahlreichen Balletten und Divertissements 1723 eine seiner Heimat gewidmete Pastorale. Ein musikalisch-tänzerischer Hauch aus Frankreichs Süden in den europäischen Danses de bal des Früh-, Hoch- und Spätbarock! Es tanzen: Yannika Kuhlmann, Dorothea Paals, Nicoline Winkler, Iris Zimmermann, Martin Lutz, Jürgen Wilz.

Das Heidelberger Ensemble flauto con bassi besteht seit 2001 und hat sich seither dem besonderen Klang historischer Instrumente und ‚alter Musik‘ verschrieben.

Die Flötistin Gabriele Hilsheimer und Michael Spengler an der Viola da Gamba stellen neben Kompositionen des 17. Jahrhunderts, wie dem Duo pour les flutes et pour les violons von Pierre Gaultier de Marseille (1642 – 1696) anonyme, südfranzösische Musik des 13./ 14. Jahrhundert vor.

Wie lernt man ein Land am besten kennen, wenn man gerade nicht reisen kann? Bücher sind das Geheimnis der Weltreisenden, auch wenn sie sich nur in der Phantasie fortbewegen. Grund, an diesem okzitanischen Tag ein paar fast vergessene Autoren, skurile Wissenschaftler und Legendenerzähler in Erinnerung zu rufen – allesamt auf ihre Weise mit der Region verwoben. Texte von Birgit Vanderbeke, Jean-Henri Fabre, Jean Giono und Pierre Valmigère können an diesem Nachmittag an verschiedenen Orten (wieder) gehört oder neu entdeckt werden.

Photo @ StockSnap | www.pixabay.com

1. Teil: Ich mach ein Lied aus reinem Nichts (Gedichte der Troubadours I) Die Troubadours schufen als Wortmagier das Fundament für die europäische Poesie. Ralph Dutli liest – mit okzitanischen Beispielen – von ihm übertragene Gedichte der Troubadours des 11./12. Jahrhunderts: Guilhem IX. (Wilhelm von Aquitanien), Peire Vidal und Arnaut Daniel, den Dante in der "Göttlichen Komödie" den "besten Schmied seiner Muttersprache" nannte.

Wir danken den Deutsch-okzitanischen Festwochen für ihre freundliche Spende.

Photo: © The View From Great Island

Was gibt es Schöneres als gemeinsam zu singen – südfranzösische Volkslieder wie das berühmte Se canto warten auf viele Sangeslustige, die Spaß daran haben, Okzitanien auch musikalisch kennenzulernen. Aude Dettlinger und und Jens Riehle an der Gitarre werden die Zuhörer dabei mit Rat und Tat unterstützen.

In Kooperation mit der Bürgerstiftung Heidelberg

Es ist ein Spiel mit dem Gleichgewicht, das die Clowninnen Laurence Dubard und Sandrine le Métayer aus Montpellier zum Thema ihrer Performance machen. Hier Form, Regel und schriftliches Fixieren, dort Improvisation, Unsicherheit und Risiko. Fragen, die sich zwischen scheinbar unvermittelbaren Gegensätzen aufdrängen, werden mit viel Spaß am Spiel, mit großem Sinn für Überraschungen und gemeinsam mit dem Publikum gestellt und geklärt.

Photo: © Marc Ginot

Kommen Sie mit auf einen Spaziergang durch den ältesten Botanischen Garten Frankreichs, schlendern Sie durch den Bambushain oder vorbei am mehr als 200 Jahre alten Ginkgobaum, bewundern Sie die üppigen Sukkulenten in den Gewächshäusern oder träumen Sie am Lotusteich, an dem auch André Gide oder Paul Valéry gerne saßen. Mit Bildern und Anekdoten schildert Thierry Lavabre-Bertrand, Professor der Medizinischen Fakultät und Direktor des Botanischen Gartens in Montpellier, in seinem Vortrag den Weg von den historischen Anfängen bis zur modernen Botanik.

In französischer Sprache, Verdolmetschung: Nicoline Erichsen. In Kooperation mit dem Trägerverein Heidelberg Haus und mit dem Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg

Photo: © yyryyr1030 | www.pixabay.com

2. Teil: Nicht anders als der Elefant (Gedichte der Troubadours II) Die Troubadours entführten die in den mittelalterlichen Tierbüchern sakralisierten Tiere in einen amourösen Kontext. Als Schamanen zogen sie sich Tiermasken über, identifizierten sich mit Bär, Leopard oder Hirsch. Ralph Dutli gibt Einblicke in den okzitanischen Liebeszoo und liest Gedichte von Rigaut de Berbezilh und Guiraut de Bornelh. Zudem stellt er das Tagelied vor (okzitanisch: Alba), das die Trennung der Liebenden bei Tagesanbruch beschwört.

Schlafen wird niemand, wenn das Trio Les dormeurs du bal aus Montpellier auftritt. Denn gute Laune und beste Unterhaltung stehen auf dem Programm, sobald Claire Vincent (Flöte / Klarinette), Sylvain Rabourdain (Violine) und Corentin Ratonnat (Akkordeon / Gesang) die Bühne besteigen und den Raum in Partystimmung versetzen. Viel Talent, klassische Ausbildung und Spaß am Experiment fügen sich zum heiteren Stilmix, der Freude macht und vom Hocker reißt: von Rock, Pop und Jazzelementen über französische und selbstkomponierte Chansons bis zu traditionellen Tanzformen wie Walzer, Bourrée und Mazukas. Alles dabei für einen beschwingten Ausklang des okzitanischen Tags.